Grundausbildung

Die Ausbildung von einem Hund funktioniert nicht wie bei einem Menschen. Dem Hund etwas beibringen, irgendwann zu sagen „Fertig“ und dann zu erwarten, dass unser Vierbeiner das dann für alle Zeit kann und sich selbständig sogar noch verbessert, wird nicht klappen. Auch eine rein sequentielle Ausbildung funktioniert nicht; Also Grundausbildung, dann Dummy Einsteiger, dann Fortgeschritten, etc.

Natürlich muss man eine Basis schaffen, denn einige Ausbildungssequenzen und Übungen bauen aufeinander auf. Allerdings wird man an der Basis auch weiterarbeiten müssen wenn man bereits Dummytraining in der Oberklasse betreibt und anders herum gehören einige Dummy-Übungen schon in die Grundausbildung oder können vorbereitet werden.

Stress oder Spaß?

Manchmal sind es die einfachsten Dinge, an die man gar nicht denkt, die einem aber dann später das Training oder sogar eine Prüfung verhageln. Auch bei einem fortgeschrittenen Trainingsstand. Nehmen wir als Beispiel die Sozialisierung. Ein Hund, der dies nicht vernünftig gelernt hat, wird nie entspannt neben seinem Hundeführer laufen oder sitzen. Damit funktionieren schon Fußarbeit, Grundposition und Steadiness nicht. Eine Dummy-A Prüfung schafft man mit solchen Lücken nur mit Glück. Wirklich Freude macht das auch nicht, da man sich nicht auf den eigentlichen Teil der Aufgabe konzentrieren kann. Statt die Kür mit Spaß zu verfolgen, quält man sich mit der Pflicht rum.

Was macht wohl mehr Spaß: Der vierbeinigen Kollege wird dauernd ermahnt, mit Körpereinsatz ins Sitz gebracht und geht dann doch in die falsche Richtung oder überläuft das Dummy. Oder beide stehen entspannt in der Natur, konzentrieren sich auf den Dummywerfer und auf Kommando flitzt der Hund hundert Meter raus, findet es nach kurzer Suche und lässt sich kurz darauf freudig das Dummy aus dem Fang nehmen. Wer sich für die zweite Version entscheidet: Ja, das ist Arbeit. Sogar viel Arbeit. Aber es macht auch Spaß. Sogar viel Spaß. So ist das eben mit einem Hobby 🙂

Am Anfang war der Welpe

Für mich muss ein Hund auch ein Hund sein können. Schon als Welpe mit Druck oder Ausbildung zu beginnen, finde ich falsch. Einige Vorbereitungen kann man auch schon von klein auf treffen. An die wird der Hund aber spielerisch herangeführt, so dass es für ihn nur Spaß bedeutet. Schafft der Hundeführer diesen Spaß ins Erwachsenenalter zu transportieren, fällt der Rest wesentlich leichter.

Manche Züchter kündigen schon die Fütterung mit einem Doppelpfiff an. Da steckt für den Welpen keinerlei Pflichtgefühl dahinter. Für den späteren Hundeführer aber eine hervorragende Vorarbeit für das Hier-Kommando. Genauso spielerisch kann man den Welpen für das Dummy begeistern. Ein kleines Futterdummy und beim Spaziergang gibts die Futterration daraus. Ein Riesenspaß für die kleine Fellnase und keinerlei Aufwand für den Hundeführer.

Ich denke auch, dass die üblichen Welpen- und Junghundgruppen sehr gut sind. Da kann der Welpe einfach mal Welpe sein und auch andere Hunderassen und deren Eigenheiten bei der Körpersprache kennenlernen.

Grundschule

Erst als Junghund, so ca. ab 6 Monaten, beginnt so langsam der Ernst des Lebens. Hier lernen die Hunde zum ersten Mal die Kommandos Sitz, Platz, Fuß, Hier, etc. kennen und auch, dass sie diese befolgen müssen. Als Hundeführer sollte man hier konsequent sein und auch auf eine gute Ausführung achten. Wenn der Hund schief bei Fuß sitzt ist es später wesentlich mehr Arbeit diesen Fehler rauszubekommen, als von vornherein darauf zu achten, dass der Hund den Befehl sauber ausführt. Und bitte: Konsequenz hat nichts mit Härte und schon gar nichts mit köperlicher Gewalt zu tun, sondern vielmehr damit, diszipliniert zu sein und ständig am Ball zu bleiben. Das trifft eigentlich auf den Menschen zu. Der muss nämlich diszipliniert und konsequent vorgehen. Der Hund wird nämlich das, was ihm beigebracht wird, freudig umsetzen wollen. Will er nicht, läuft in der Übung etwas schief und die liegt in der Verantwortung des Ausbilders.

Diese Basis ist das Fundament einer jeden weiteren Ausbildung. Ohne Vertrauen und Gehorsam keine Aufmerksamkeit vom Hund. Einweisen auf Entfernung damit undenkbar. Sitzt der Hund nicht gerade in der Grundposition, wird er schief aufs Dummy gehen oder sich sogar „verlaufen“. Ohne saubere Fußarbeit kann der Hund im schlimmsten Fall eine Markierung nicht sehen. Zwecklos dann den Hund zum Dummy zu senden.

Begleithundeprüfung

Als sehr gute Basis kann man die Begleithundprüfung sehen. In einer Retriever-Hundeschule oder einem Retriever-Verein werden nicht einfach die (teils sinnbefreiten) Prüfungsfächer des VDH abgefragt. Hier hat die BHP immer einen praktischen Bezug zur Retrieverarbeit. Neben den Grundlagen wie Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz, Platz, Herankommen und Bleiben arbeitet der Hund auch eine Markierung und wird auf seine Schussfestigkeit geprüft. Wer diese BHP erfolgreich absolviert, hat eine sehr gute Basis geschaffen.

Zurück zu Dummyarbeit