Prüfungen

Es gibt viele Prüfungen, die man mit dem Hund ablegen kann. Und noch mehr Gründe, warum diese gemacht werden. Einige Züchter setzen voraus, dass mit einem Hund gewisse Prüfungen abgelegt werden, weil das die Zucht in einem guten Licht erscheinen lässt. Manche Menschen möchten sich im Wettbewerb messen, einige genießen die Atmosphäre und die Spannung und andere definieren sich darüber.

Über Sinn und Unsinn von Prüfungen möchte ich gar nicht sinieren, auch nicht über die Arten oder die Ausführungen. Fakt ist, es gibt sie. Wer mag, nimmt daran teil, wer nicht, der eben nicht. Und solange das Wohl des Hundes im Vordergrund steht, kann es so verkehrt nicht sein. Auch wenn es gerade in der heutigen Zeit hitzige Diskussionen darüber gibt. Ausgelöst von Menschen, Vereinen und Verbänden, die den eigentlichen Sinn von Wertungen und Prüfungen offensichtlich in den Hintergrund gedrängt haben.

Ich selbst definiere mich nicht über Prüfungen. Meine Hunde sind meine Hunde und die sind, wie soll es anders sein, die besten der Welt 🙂  Allerdings mag ich es, ein Ziel zu haben. Bei so einer Prüfung ist klar definiert, was Mensch und Hund leisten müssen. Das sind Kriterien, an denen kann man arbeiten. Und wenn ich so etwas mache, dann auch vernünftig. Deswegen nehme ich so eine Prüfung durchaus ernst, wobei ich niemals zulassen würde, dass meine Hunde dabei auf der Strecke bleiben. Mein Hund ist nach der Prüfung noch derselbe wie vor der Prüfung!

So eine Prüfung als solches ist mir nicht wichtig, Pokale und Urkunden sammeln ist nicht mein Ding. Deswegen habe ich gut überlegt, und werde dies auch in Zukunft so halten, welche Prüfung denn sinnvoll ist.

Begleithundprüfung

Die ersten Prüfungen, die ich je gemacht habe, waren die zwei Begleithundprüfungen. Die eine vom GRC, die andere eine interne nach VDH-Richtlinien der Hunde-Retriever-Schule Vom Maibusch.

Die übliche, recht allgemein gehaltene Prüfung nach VDH-Richtlinien, ist für mich eher eine Kunstform und teils (verzeiht mir den Ausdruck) schwachsinnig. Ein Beispiel: Einen Hund ins Platz legen, um ihn dann abzurufen, entspricht nicht meinem Gedanken. Wenn der Hund liegt, ist Ruhe. Und zwar bis ich ihn höchstselbst abhole. Wenn der Hund auch im Platz damit rechnen muss abgerufen zu werden, kann er nie richtig entspannen. Genau das will ich aber, wenn ich einkaufe, wenn ich mich in Ruhe unterhalten möchte, etc. Hinzu kommt, dass hierbei wichtige und nützliche Dinge fehlen, die für einen Jagdhund nicht unwesentlich sind.

Bei den Retriever-Vereinen DRC, LCD und GRC sind die Prüfungen auf die spätere Verwendung im Dummy- und Jagd-Bereich angelegt. So findet auch schon bei der BHP eine Apportierübung (einfache Markierung) statt und der Hund wird auf Schussfestigkeit geprüft. Und ich habe das Gefühl, dass vielmehr Wert auf Fußarbeit gelegt wird, da diese eine essentielle Notwendigkeit darstellt. Hier gibt es verschiedene Klassen, je nach Verein, die sich in den Prüfungsordnungen unterscheiden. Während sich die BHP bei DRC und LCD sehr ähnlich sind, weicht die vom GRC und deren Klasseneinteilung stark ab, so dass hier der Interessierte die Prüfungsordnungen genau studieren sollte!

Es ist nicht die schlechteste Idee jedem Hund diese Prüfung zu gönnen. Denn dieser geht auch immer ein BHP-Kurs voraus, in welchem das Gespann lernt. Und dies eben nicht nur für die Prüfung, sondern fürs Leben. Jeder der für eine BHP übt und diese dann besteht, egal mit welchem Prädikat, hat sich intensiv mit seinem Hund und der Erziehung beschäftigt und so einen gehorsamen und gut erzogenen Hund als zuverlässigen Begleiter an seiner Seite. Das bedeutet weniger Stress beim Stadtspaziergang, neidische Blicke, dass es Vierbeiner auch gut erzogen gibt und auch im Restaurant ist man mit Hund ein gern gesehener Gast.

Dummyprüfung

Die Dummyprüfung ist schon auf Jagdhunde bzw. Retriever ausgelegt. Hier gibt es keine allgemeine Art, allerdings kocht hier auch jeder Verein sein eigenes Süppchen. Und leider gibt es auch hier einige Fächer, die mich teilweise am Verstand der Verantwortlichen für die Prüfungsordnungen zweifeln lassen.

Aber gut, sinnvoll hin oder her. Es gibt die Prüfungen und wer daran teilnehmen möchte, muss sich eben diesen Regeln unterwerfen. Hierbei gibt es Klassen, die für das Weiterkommen innerhalb der Prüfungsklasse oder bei Workingtests beachtet werden müssen. Wie auch bei der BHP unterscheiden sich hier die Klassen und Prüfungsordnungen von DRC/LCD und GRC erheblich. Bei erstgenannten sind es DP-A, DP-F und DP-O für Anfänger, Fortgeschritten und Open, beim GRC sind es DP-A, DP-B und DP-C, die aufeinander aufbauen.

Grundsätzlich gilt, dass die Prüfungen von DRC und LCD anspruchsvoller sind als vom GRC, wenn man direkten Klassenvergleich macht. Nicht selten müssen GRC-Hunde eine höhere DP-Klasse vorweisen, wenn sie an einem Workingtest teilnehmen möchten, der entsprechend reglementiert ist. Auch intern innerhalb der Prüfungsklassen setzen DRC und LCD unbedingt die vorige Klasse mit einem bestimmten Mindestergebnis voraus, während dies im GRC etwas lockerer gehandhabt wird.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die GRC-Prüfungen nichts wert sind. Die Klassen sind nur anders eingeteilt und die Haarspalterei um Punkte entfällt. Zudem gibt der GRC auch Hunden ohne oder mit den „falschen“ Papieren die Chance ihren Arbeitstrieb unter Beweis zu stellen. Doch das ist ein anderes Thema … 😉

Weitere Prüfungen

Darüber hinaus gibt es noch andere Prüfungen, wie Wesenstest, Formwert, Junghundprüfung für Retriever, Bringleistungsprüfung, etc. Da ich an diesen Prüfungen jedoch nicht teilgenommen habe und im Moment auch kein Bedarf daran besteht, kann ich auch nichts dazu sagen. Deswegen kann ich bei Interesse nur auf die Vereine und deren Prüfungsordnungen verweisen.

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