Basics

Egal ob eine Aufgabe aus einem bestimmten Bereich stammt, ob sie zusammengesetzt ist oder welches Niveau gerade gearbeitet wird, es gibt einige grundlegenden Herangehensweisen und Muster, die man anwenden sollte, wenn man erfolgreich sein will. Dies sind die absolut grundlegenden Dinge, die vorhanden sein sollten, bevor man ernsthaft mit dem Dummytraining beginnt.

Das Fundament

Die Beziehung zum Hund muss stimmen, der Hund sollte erzogen sein und eine gewisse soziale Verträglichkeit gegenüber seiner Umwelt an den Tag legen. Von der Erziehung her sollte der Hund einige Grundregeln und Grundkommandos beherrschen, die man auch im Alltag braucht. Und was heißt das nun konkret?

Der Hund muss sich auch mit anderen Hunden vertragen und sich gegenüber Menschen neutral verhalten. Weder Trainer noch Richter möchten, dass sie irgendein fremder Hund anspringt, ankläfft oder vielleicht sogar beißt. Auch allgemeine Unruhe ist nicht gut, der Hund sollte also auch wissen, wann er nicht dran ist. Dabei ist es egal, ob man steht (Steadiness) oder geht (Leinenführigkeit).

Grundkommandos

Als Grundkommandos wären das Sitzen, das Herankommen und Fuß laufen mit die wichtigsten Dinge. Wenn der Hund auch das Sitz auf Entfernung kann, umso besser. Das Herankommen ist elementar, weil man nur so sicher stellen kann, dass der Hund nicht außer Kontrolle gerät und man ihn immer in seinen näheren Einflussbereich holen kann. Das sollte natürlich auch in etwas schwierigeren Situationen funktionieren. Den Hund von anderen Hunden, vom Spiel oder sogar von Wild abrufen zu können, ist sicherlich nicht leicht. Aber wenn das funktioniert, ist man auf der sicheren Seite. Das Fußlaufen ist auch sehr wichtig, denn der Hund soll ja nicht quer durchs Gelände laufen, sondern (anders als bei der Leinenführigkeit), eng am Bein des Hundeführers sein, egal ob der gerade steht oder geht.

Sitzen ist das augenscheinlich Einfachste. Das ist wahrscheinlich das Erste, was der Welpe lernt. Aber Sitz heißt mehr, als nur mit dem Hinterteil den Boden berühren. Sitz heißt Sitz, und zwar sofort, egal wo und egal wie lange. Das heißt der Hund muss sich setzen, ob er gerade steht oder läuft und auch egal ob der Hundeführer gerade läuft. Und er muss sich an Ort und Stelle setzen. Ob auf einer Wiese, einem Stoppelfeld oder in einer Pfütze. Und dabei muss es auch egal sein, wo sich gerade der Hundeführer befindet. Ob direkt neben dem Hund oder in 150 Meter Entfernung. Und wenn der Hund dann einmal sitzt, dann hat er sitzen zu bleiben. Und zwar solange, bis der Hundeführer ein anderes Kommando gibt oder das Sitz auflöst. Dabei soll der Hund, auch wenn er an Ort und Stelle bleibt, sich nicht stellen oder legen. Sitz heißt Sitz!

Erschwerend kommt hinzu, dass der Hund auch im Sitz bleiben soll, egal wie die Situation ist oder auch wenn sie sich ändert. Das muss auch im größten Trubel bei der Jagd oder einem Workingtest funktionieren. Das muss auch bei einem Seminar funktionieren, wo vielleicht an anderer Hund direkt nebenan arbeitet. Wenn das Treiben beginnt, Schüsse fallen und Dummys fliegen, der Hund darf seinem Impuls mitzumischen nicht nachgeben. Das ist dann die sogenannte Steadiness. Für mich der wichtigste Punkt überhaupt. In der allgemeinen Hundeerziehung nennt man das Impulskontrolle. Der Hund schafft es selbständig sein Verlangen irgendetwas anderes zu tun als zu sitzen unter Kontrolle zu halten. Große Leistung, jedoch unabdingbar für die Dummyarbeit.

Warum ist das so wichtig, dass der Hund sauber bei Fuß läuft, zuverlässig ins Sitz geht und auch dort bleibt? Bei der Dummyarbeit hat man nur so die Möglichkeit den Hund sauber starten und auf Entfernung einweisen zu können. Bei der Jagd kann das sogar die Sicherheit für Leib und Leben von Hund und Hundeführer bedeuten. Nur wenn ich genau weiß wo sich mein Hund befindet, kann ich sicherstellen, dass er sich nicht in der Gefahrenzone einer Waffe befindet.

Grundstellung

Die Grundstellung wird zu Beginn jeder Aufgabe benötigt. Ob diese bei einem Workingtest ganz definiert beginnt oder ob man während der Jagd ganz plötzlich das gefragte Gespann für den Apport ist. Grundstellung bedeutet, dass der Hundeführer ausgerichtet steht und sein Hund parallel neben ihm. Am besten so, dass sich der Hundekopf leicht vor dem Bein des Hundeführers befindet, damit der Hund möglichst freie Sicht hat. Ob der Hund dabei sitzt oder steht und ob der Hundeführer seinen Hund links oder rechts führt, ist Geschmackssache. So ist sichergestellt, dass man seinen Hund aus dieser Position sauber ins Gelände schicken kann, besonders wichtig beim Einweisen. Um das zu erreichen sollte das Fußlaufen sehr gut funktionieren. Sobald man stehen bleibt, bleibt der Hund auch stehen und je sauberer das Fuß vorher war, umso sauberer ist nun auch die Grundstellung.

Abgabe

Die Abgabe ist die Übergabe der Beute. Diese sollte möglichst sauber sein. Bei einem Workingtest gibt es für ein ausgespucktes Dummy eine Null, bei der Jagd könnte es sein, dass die Ente noch lebt und verletzt wegflattert, wenn der Hund das Federvieh loslässt, bevor der Hundeführer sie sicher greifen konnte. Das bedeutet, dass der Hund das Dummy solange fest im Fang halten muss, bis er vom Hundeführer das eindeutige Kommando zum Loslassen erhält. Da dies nicht zur Natur des Hundes gehört und letztlich eine Art Dressur ist, erzeugt das viel Druck. Man sollte also nicht zu früh damit beginnen, damit der Hund nicht gleich wieder die Freude am Apportieren verliert.

Schussfestigkeit

Wenn man seinen Retriever nur artgerecht beschäftigen und die Dummyarbeit während seiner normalen Spaziergänge einbaut, dann ist dieser Punkt wahrscheinlich nicht so wichtig. Sobald man jedoch über die Teilnahme an Prüfungen oder Workingtests nachdenkt, ist dies ein Thema. Schussfest bedeutet, dass der Hund weder hitzig (aggressiv, übermäßig aufgeregt), noch scheu (verängstigt, weg läuft) darauf reagiert. Interesse und Anspannung sollten da sein, schließlich passiert nun etwas Spannendes. Dabei bleibt der Hund jedoch vollständig unter Kontrolle. Sobald eine Zeit vergangen ist und nichts weiter ist passiert, muss sich der Hund auch wieder entspannen.

Zusammenfassung

Das sind die Basics die man zu Beginn des Dummytrainings lernen sollte, denn diese Dinge braucht man immer. Dabei sollte man nicht vergessen, diese nicht nur am Anfang zu trainieren, sondern immer weiter zu verbessern und immer wieder abzufragen. Nichts ist schlimmer, als eine komplexe Aufgabe nicht lösen zu können, weil man schlampig bei den Basics gewesen ist.

Was nun folgt, sind speziellere Kommandos und Vorgehensweisen, die man je nach Teilaufgabe und Art braucht, um die gesamte Aufgabe zu lösen.


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